Kleiner Tipp gegen Langeweile: Produkt-Idee entwickeln, Team finden, Firma gründen, Produkt launchen, Exit an XING, Produkt Re-Launch bei XING, erfolgreiche Übergabe und Ausstieg.
Alles in weniger als 2 Jahren. Wirkt garantiert.  

Und so war‘s:

Was war/ist asap.industries überhaupt?
Eine Software, die Firmen dabei hilft, ihre Freelancer zu managen. Die Software gibt’s auch immer noch und erfreut sich großer Beliebtheit bei XING: HalloFreelancer heißt sie jetzt.

Warum fängt man sowas an? 

Kurz: Wir wollten was für Freelancer machen. Denn dafür, dass es so viele Freelancer gibt (in den USA ca. 50% aller Beschäftigten) gibt es kaum Software dafür. Für Angestellte gibt’s zig Personal-Entwicklungs-Tools, für Freelancer nichts. Das wollten wir ändern.

Nebenbei wollten wir eine Art Sprachrohr sein, da Freelancer keine Lobby haben. Kein Verband und erst recht kein Amt setzt sich für Freelancer ein. In den USA schmücken sich Unternehmen damit, bestimmte Freelancer für Projekte gewonnen zu haben (Hollywood allein) und in Deutschland tut man oft so, als wären nie welche dabei gewesen.

Erste Skribbles

Wie fängt man das an?
Naiv.
Man hat eine Idee, schreibt sie auf und merkt: Alleine bringt das nichts. Also habe ich Freunde gefragt, die UX Design und Software-Entwicklung können:

Alina, Stefan, André, Paul. (A.S.A.P.) Oder nach Pauls Idee: „asap.industries“. 

Das lief einige Zeit nebenher. Wir haben entwickelt, geschrieben und gestaltet, während man parallel weiter Geld beim freelancen verdient hat.

asap.industries Gründung

Dann kam ein Arschtritt. 
Von Nico Lumma und seinem Next Media Accelerator. Ich hab‘ da unser MVP gezeigt (= Minimum Viable Product, eine rumpelige erste Software-Version) und er meinte: Ihr braucht keinen Tipp, ihr braucht Zeit und Geld.asap.industries GmbH Gründung
Unzählige Vertragsseiten, Gespräche mit Anwälten, Beratern und Notaren später, hatten wir auch „schon“ das Investment auf dem Konto und waren eine amtlich eingetragene GmbH, die wir mit einer legendär-lahmen „Party“ vor dem Notariat „gefeiert“ haben (Notare müssen alles(!) vorlesen. Auch die Tabellen. Sechs Stunden lang. Danach will man nur noch heim.).

6 Monate von Layout bis Launch.
Tag und Nacht wurde programmiert und gestaltet. Ich hatte fast nur noch Meetings mit Anwälten, Steuerberatern, Investoren und Beamten. Parallel machten wir Promotion und Marketing. Hunderte Pitch-Decks wurden geschrieben und präsentiert. Man kann mich jetzt nachts um drei wecken und ich werde aus dem Stand das Startup präsentieren.

Büro
(Foto: Carsten Dammann, Link auf dem Foto)

Kleiner Exkurs: Startup-Pitches – Eine Präsentationsform, die man unbedingt klauen sollte.

Bei einem Startup-Pitch hat man 3-5 Minuten(!!!) und erklärt in einer Zeit, in der in den meisten Meetings noch der Kaffee eingeschenkt wird:
• Team
• Hintergrund
• Problem
• Lösung
• Interaktive Demo
• Geschäftsidee
• Was man jetzt braucht
Nach 5 Minuten klingelt der Wecker und man muss von der Bühne. Zackbumm.
Danach diskutieren nur die, die es auch wirklich interessiert. Da kann man dann gern die Details auspacken – auf Wunsch! Man haut nicht alles was man weiß allen um die Ohren, die zufällig im Raum sind, wie bei den meisten Präsentationen. Ein geniales Konzept, was für fast alles funktionieren könnte. Denn komplexer als ein kompletter Business-Case geht’s ja kaum.

Genau so einen Pitch hatten wir bei zig Investoren, Unternehmen und irgendwann auch bei XING …

Bootstrapping, Venture Capital oder Exit. 

asap XING bei NMA

asapOS (also unsere Software selbst) war draußen und funktionierte. Sogar mit Kunden. Trotzdem ging uns langsam das erste Investment aus.

Beim Bootstrapping hätten wir uns ohne externes Geld z.B. mit freelancen finanziert – und die Probleme wie anfangs gehabt.

Venture Capital Investoren waren zwar an uns interessiert, wir aber nicht an ihnen. Die Bürokratie und vor allem der enorme Wachstumszwang hätte uns jede Freude genommen.

Dann rief XING nochmal an.

„Nochmal“, denn ein paar Monate zuvor hatten wir XING mal abgesagt, weil wir noch gar nicht gelauncht hatten und uns das etwas zu früh erschien. Aber jetzt war die Verbindung zur XING Datenbank mit hunderttausenden Freelancern ein enormer Gewinn und unser Entwicklungsstand passte wie ein Puzzlestück perfekt in die Pläne von XING, die dasselbe vorhatten wie wir, nämlich was Großes für Freelancer zu bauen.
Das brachte deren Entwicklung Jahre nach vorn und uns endlich raus aus der Bürokratie. Manchmal braucht man auch einfach etwas Glück.

Tschüss asap.industries, Hallo Freelancer. 

HalloFreelancer So heißt die neue Marke. Wir haben asapOS ein Jahr lang in die XING Infrastruktur integriert und das Produkt noch bis Mitte 2019 weiter begleitet.
Firmen können jetzt nicht nur ihre eigenen Freelancer verwalten/anfragen/bewerten – sondern auch den gesamten XING Pool nach Freelancern durchsuchen.
Das hat die kleine Anfangsidee „was für Freelancer zu machen“ zu einem wirklich mächtigen Tool gemacht, auf das wir alle immer noch verdammt stolz sind – auch wenn wir selbst gar nicht mehr dabei sind.

Denn wir machen wieder das, was wir am besten können: Ideen entwickeln, die Menschen helfen oder sie unterhalten. Man kann uns übrigens heute alle vier wieder buchen. Als Freelancer. Auch über HalloFreelancer 🙂


WorkCo-Founder / GeschäftsführerTeamPaul Sorge (Backend-Development), Stefan Knop (Frontend-Development, UX/UI Design), Alina Latus (UX/UI Design)Linkwww.hallofreelancer.com